Seit die Porträts des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan größer auf den städtischen Plätzen hängen als jene, die Kemal Atatürk zeigen, den Begründer der Republik. Seit der Laizismus zurückgedrängt wurde, der Präsident immer ungnädiger, autokratischer mit Kritikern umzugehen begann und selbst Stammgäste dem Land fern blieben. Viele Hoteliers, Tourismusunternehmen, Reiseleiter haben die Katastrophe kommen sehen - manche trauten sich anfangs noch, den Kurs der Regierungspartei AKP zu kritisieren. Irgendwann war es dann zu spät: zu mächtig war der Präsident geworden, zu gefährlich Kritik an ihm. Zuletzt waren wieder mehr Urlauber ins Land gekommen, auch deshalb, weil Pauschalreisen in die Türkei so unverschämt günstig sind.
Source: Suddeutsche Zeitung October 23, 2019 17:03 UTC