Deutlich wie nie zuvor hat der Gipfel in Japan gezeigt, wie gering die gemeinsamen Interessen der G20-Staaten mittlerweile sind. Es hat nicht viel gefehlt und der G20-Gipfel wäre es zur Katastrophe gekommen – und das Treffen ohne Kommuniqué beendet worden. Oder die Zusage von US-Präsident Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping den Handelskrieg nicht weiter eskalieren zu lassen, sondern neue Verhandlungen zur Beilegung des Konflikts zu führen. Und das liegt nicht nur an US-Präsident Trump, der grundsätzliche Zweifel an einer multilateralen Weltordnung hat und immer wieder versucht, zusammen mit anderen Ländern den Konsens aufzukündigen. Dabei braucht es gerade jetzt, wo die weltweiten Krisen weiter zugenommen haben, eine starke und handlungsfähige G20.
Source: Handelsblatt June 30, 2019 11:03 UTC