Erstens, als kleiner Stolperstein zum Aufwärmen, ist eine Bundesregierung, an der weder die SPD noch die Grünen beteiligt sind, derzeit schwer vorstellbar. Zweitens, und weitaus grundsätzlicher, erwischt die gegenwärtige Krise die beiden größten Länder der EU in einer Phase europäischer und nationaler Instabilität. Kanzlerin Merkel wirkt, als befinde sie sich auf einer langen Abschiedstour; sie antwortete spät und reserviert auf Macrons Europapläne, vor allem die finanzpolitischen. Wie Hohn musste es in den Ohren der Franzosen klingen, dass die CDU-Chefin den alten Vorschlag wieder aufwärme, einen deutsch-französischen Flugzeugträger zu bauen. Auf der anderen Seite des Rheins wäre man ja schon froh, wenn die Deutschen die fast fertigen Rüstungsprojekte zum Export freigäben.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung March 27, 2019 17:15 UTC