Kommentar: Zu unserem Unglück vereint? - News Summed Up

Kommentar: Zu unserem Unglück vereint?


„Wir Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union sind zu unserem Glück vereint“, hieß es in der Erklärung, die zum fünfzigsten Jahrestag der Unterzeichnung der Römischen Verträge im Jahr 2007 in Berlin veröffentlicht wurde. Die Nachkriegsbegeisterung für die Idee eines vereinten Europas ist schon lange einer skeptischen Kosten-Nutzen-Rechnung gewichen, die sich zunehmend in Ablehnung, gar Hass verwandelte. Selbst in Kreisen, die unmöglich die Vorteile eines friedlichen Europas ohne Binnengrenzen übersehen können, kann man auf die Ansicht stoßen, wir Europäer seien zu unserem Unglück vereint. Viele Bürger plagt das Gefühl, sie würden von anonymen Brüsseler Mächten fremdbestimmt, auf die sie keinen Einfluss haben. Doch bis zum Ende des Kalten Krieges, der der (west-)europäischen Einigung eine sicherheitspolitische Zusatzmotivation gab, ließen sich die unterschiedlichen Vorstellungen über die „Finalität“ des Einigungsprozesses einigermaßen miteinander vereinbaren.


Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung March 24, 2017 13:39 UTC



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