Johnsons Wahlsieg hat sogar bei jenen Erleichterung hervorgerufen, die den britischen Premierminister für einen Hasardeur und den Brexit für einen gravierenden Fehler halten. Denn nun herrschen klare Verhältnisse im Unterhaus, so dass die Trennung von der EU endlich in die nächste Phase treten kann. Grenzenlos bejubelt wird Johnsons Erfolg diesseits des Ärmelkanals von jenen, die in ihm einen Sieg im Feldzug gegen die EU sehen wollen. Sie schwärmen von einem Triumph des Volkswillens, der freilich nur dank dem britischen Wahlsystem so eindeutig zugunsten Johnsons ausfiel: Die meisten Stimmen bekamen die Parteien, die für eine zweite Volksabstimmung eintraten. Weidel war froh, dass die britischen Wähler sich als klüger erwiesen hätten als die Medien, „die zu wissen glaubten, was für die Briten am besten ist“.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung December 13, 2019 16:18 UTC