Schon bevor Oberst Georg Klein den Bombenabwurf in Kundus befahl, war dieser Satz der Bevölkerung schwer zu vermitteln; mindestens 140 Tote soll der Luftangriff gefordert haben, der auch ranghohe Beamte und Politiker ihre Posten kostete. Nicht einmal Oberst Klein, heute General, wurde verurteilt. Dabei hat die Bundesregierung im Fall Kundus den Wert eines Menschenlebens im Krieg geradezu zynisch quantifiziert: Einmalig wurden Hilfspakete im Wert von je 110 Euro an Betroffene verteilt. Das entspricht etwa dem Satz, den Soldaten steuerfrei für einen Tag in Afghanistan erhalten. Witwen und Kinder getöteter deutscher Soldaten erhalten je 100 000 Euro, ein schwer verletzter, überlebender Soldat 150 000 Euro und eine Rente.
Source: Neues Deutschland February 25, 2020 17:26 UTC