Das kleine Büchlein mit dem charmanten Titel »Stehsatz«, basierend auf einer Anfang des Jahres in Göttingen gehaltenen Poetik-Vorlesung, trägt den Untertitel »Eine Schreiblehre«. Stehsatz ist Journalistensprache, der Ausdruck meint die schon gesetzten Texte, die des Abdrucks harren, gewissermaßen einsame Texte, die auf Leserschaft warten. So führt Dath aus, »dass das literarische Schreiben nicht vorrangig Informationen über die wirkliche Welt gestalten soll, sondern Haltungen zu ihr«. Beide aber sollen - in politischer Essayistik wie poetischer Literatur - weiter klären, was man da eigentlich tut: wenn man sich beim Schreiben etwas klarer wird über die Welt. Dietmar Dath: Stehsatz.
Source: Neues Deutschland October 19, 2020 19:30 UTC