Dem Aufruhr, den er selbst angerichtet hat, wollte sich Wolfram Weimer nun offenbar doch nicht aussetzen: Eigentlich sollte im Rahmen der Leipziger Buchmesse der Deutsche Buchhandlungspreis feierlich verliehen werden. Womöglich hat der Kulturstaatsminister Wolfram Weimer die Entrüstung unterschätzt, die seine Entscheidung, die Bewerber vom Verfassungsschutz prüfen zu lassen, in der Branche auslösen würde. Parallel zur feierlichen Eröffnung der Buchmesse im Leipziger Gewandhaus wurde auf dem zentralen Augustplatz aus aktuellem Anlass eine Demonstration „Gegen Zensur und Autoritarismus“ angemeldet. Juristen beurteilten das Vorgehen des Staatsministers als rechtlich mindestens fragwürdigZuvor hatte Weimer drei Buchhandlungen aus Bremen, Göttingen und Berlin wegen „verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse“ von dem Preis ausgeschlossen. In diesem Jahr wurde sie nun zum ersten Mal zu einem Programmpunkt der Leipziger Buchmesse verzwergt.
Source: Suddeutsche Zeitung March 10, 2026 15:27 UTC