Baßlers gedankliche Schärfe erreichen sie schon deshalb nicht, weil ihnen genau jener Sinn für die Ambivalenz der eigenen Position fehlt, die seine Polemik so stark macht. Man muss ihn auch nicht darauf stoßen, dass sein jugendlich daher galoppierendes Pferd eine alte kulturkritische Schindmähre sein könnte. Man kann dasnicht nur dem mangelnden Ehrgeiz seiner Autorinnen und Autoren anlasten: Die Spielarten von Literatur sind so vielfältig wie eh und je. Wie sie den Begriff von Literatur schleifen, ist Baßler parallel geführtes Thema. Mehr zum Thema Literatur und Moralität Die Wörter der TragödieWo demokratische Öffnung nottut und wo Literatur, wie Baßler fürchtet, eine „selbstverstärkende Schließung“ nach Klientelinteressen betreibt, deutet sein Essay nur an.
Source: Der Tagesspiegel July 23, 2021 14:48 UTC