Fiktionale Literatur und faktuale Geschichtsschreibung sind keineswegs bloße Antithesen, sondern stehen in einem vielfältig produktiven Verhältnis. Wer hier nur die Gefahr eines postmodernen Relativismus bemerken will, übersieht die Grauzone an der Grenze zwischen Literatur und Geschichtsschreibung, in der die Geschichten über die Geschichte angesiedelt sind. Inwieweit man dieser Auskunft trauen kann, ist, wie so vieles in dieser Geschichte, ungewiss. Denn kein einordnender Verweis schafft es, das Schweigen zu durchbrechen, das ein Mensch in der Geschichte hinterlässt. Seine tatsächliche historische Existenz ist daher auch nicht für die Wahrhaftigkeit dieses unvergleichlichen Buches relevant.
Source: Junge Welt March 05, 2026 18:35 UTC