Debussys „La mer“ für großes Orchester ist ein ergreifend positives Stück. Selbst der Dialog von Wind und Meer im Finalsatz hat bei allem Wogen der Elemente mehr tosende Erhabenheit als gefahrvolles Schreckenspotenzial. Die Lichtspiegelungen der vorangehenden Sätze – insbesondere die hellen Glockenspielklänge des Mittelsatzes – erzählen ohnehin zumeist friedvoll von der reinen Schönheit des Meeres. Simon Rattle dirigiert diesen letzten Programmpunkt beim Konzert des BR-Symphonieorchesters im Herkulessaal auswendig und navigiert präzise. Eine Menge an fröhlichem, manchmal fast revuehaft lockerem Schönklang, herzhaft gespielt.
Source: Suddeutsche Zeitung March 28, 2026 00:36 UTC