Dass der Fraktionsvorstand nicht wie meist üblich im Hinterzimmer bereits einen Kandidaten festlegte, ist ein willkommenes Zeichen für die Politikverdrossenen. Intern jedoch wird der sich dahinschleppende Prozess gleichwohl mit Sorge beobachtet, weil er zwar nicht die möglichen Anwärter, wohl aber die Fraktion zermürbt. Mit 21 zu 20 Stimmen setzte sich der Junge gegen den Alten durch – ein Machtwechsel, der mit gegenseitigen persönlichen Verletzungen einherging und die Spaltung innerhalb der SPD vertiefte. So wird es die Aufgabe beider Anwärter bis Montag (17 Uhr) sein, die Mehrheit der Abgeordneten für sich zu gewinnen. Genossen kommentieren allerdings, dass die Zeit des einen vorbei und die der anderen noch nicht gekommen sei.
Source: Die Welt April 05, 2018 15:10 UTC