Nach dem rechten Terroranschlag in Halle geht wieder ein Gespenst um in den medialen Debatten: Videogames. Diese zwei Ereignisse, die nicht viel miteinander gemeinsam haben, stellen doch beide die immer wiederkehrende Frage nach dem Verhältnis der Bilder zur Gewalt und der Gewalt zu den Bildern. Für Wells aber waren sie unabweisbares Zeugnis, dass jene Horrorgeschichten, von denen sie ihren britischen Zuhörer*innen berichtete, tatsächlich passiert waren. Die Fernsehbilder, die wir sahen, seien Trugbilder, da sie nur den Eindruck vermittelten, ein Krieg habe stattgefunden, obwohl es ein Massaker gewesen sei. Zumal bei Kriegs- und Terrorbildern sollten wir Baudrillards Mahnungen ernst nehmen und uns fragen: Wer benutzt die Bilder und zu welchem Zweck?
Source: Neues Deutschland October 18, 2019 12:56 UTC