Rechter Aufmarsch in Bautzen im September 2016 Foto: dpa/Arno BurgiAus dem schwarz regierten Sachsen ist die antifaschistische Seele permanenten Kummer gewohnt. Frage: Wie tief kann der politische Anspruch im Freistaat sinken? Während in wohl jedem anderen Bundesland ein Politiker alle seine öffentlichen Posten hätte räumen müssen, liefert in Sachsen bei Strategieabsprachen eines CDU-Amtsträgers mit Rechtsradikalen dessen Chef Michael Harig sogar noch die Rechtfertigung, Witschas habe aus »Unerfahrenheit« gehandelt. Brauchen man dort ernsthaft ein Handbuch für Beigeordnete, in dem steht, dass der oberste Aufseher eines Landkreises für Asyl- und Flüchtlingsfragen keine Absprachen mit Rassisten zu treffen hat? Doch in Ostsachsen hat dieser Umgang mit Nazis inzwischen System: Bautzens Oberbürgermeister Alexander Ahrens (SPD) hat es vorgemacht, Landrat Harig traf sich auch zwei Mal mit Rechtsradikalen, da kann die CDU doch niemanden schassen, nur weil der seinen Chef offenbar in vorauseilendem Gehorsam noch übertreffen will.
Source: Neues Deutschland August 22, 2017 12:33 UTC