Zur Vermeidung offener Konflikte integriert sie einen Kritiker: Merkel holt Jens Spahn ins Kabinett. Dass die CDU-Vorsitzende mit Spahn einen ihrer schärfsten internen Kritiker ins Kabinett holt, ist der Einsicht geschuldet, dass sich in der CDU die Machtverhältnisse Schritt für Schritt verschieben. Und es ist das Eingeständnis, dass Merkel sich dem trotz allen Widerwillens nicht mehr widersetzen konnte. Mutig ist sie, weil sie anders als in den zwölf Jahren davor einen offenen Kritiker ins Kabinett holt. Zugleich wäre Merkel nicht die Merkel der letzten zwölf Jahre, wenn sie der Sache nicht auch dieses Mal eine besondere Note gegeben hätte.
Source: Suddeutsche Zeitung February 25, 2018 11:46 UTC