Vor rund zwei Monaten eröffnete in Schöneberg ein „Museum, das es gar nicht geben dürfte“ – so der offizielle Slogan des Urban Nation. Das Museum will der Geschichte von Street-Art und Graffiti „ein Zuhause geben“ und einen umfangreichen Überblick über das Genre liefern, sagt Direktorin Yasha Young. Die Musealisierung von Graffiti und Street-Art ist kein neuer Prozess, bereits in den 1980er Jahren stellten Graffitikünstler ihre Werke in New Yorker Galerien aus. Martin Gegenheimer vom Kreuzberger Graffiti-Archiv sieht Projekte wie das Urban Nation Museum kritisch: „Die Musealisierung von Graffiti ist ja eine interessante Sache“, meint er. Verschiedene Graffitikünstler befürchten gar eine Art Monopolisierung legaler Graffiti- und Street-Art-Projekte unter dem Deckmantel von Urban Nation.
Source: Der Tagesspiegel November 16, 2017 21:11 UTC