imago/ITAR-TASS Eine von sechs Kopien von Oskar Schindlers Liste, mit der der Fabrikant Juden vor der Vernichtung durch die Nazis rettete (Moskau, 2015)Eine verdienstvolle und faktenreiche Serie über die Entwicklung des Hasses auf Jüdinnen und Juden, dessen Instrumentalisierung und Methodik seit der Antike in Ägypten, über die Kennzeichnung der Gläubigen seit dem Mittelalter und die regionale Verbreitung insbesondere in Europa. Leider gerät der letzte von vier Teilen allzu oberflächlich: Nach 1945 scheint es einfach keine Nazis mehr zu geben, die Attentate von Halle und die der Massenmörder der vergangenen Jahre in Synagogen in den USA werden z. B. allzu leichtfertig mit anderen neuzeitlichen Phänomenen in einen Topf geworfen. Dafür gibt es aber auch interessante Einblicke in den auch nach dem Zweiten Weltkrieg weiterbestehenden katholischen Antisemitismus – erst 1962 bekundete der Vatikan seinen Willen zur Neuordnung der Beziehungen zum Judentum, und während der Passionsspiele in Oberammergau wurden Juden noch in den 80er Jahren mit Teufelshörnern dargestellt.
Source: Die Welt November 05, 2023 18:38 UTC