Marijan Murat/dpa Rund drei Viertel der Beschäftigten im Handwerk arbeiten lohnabhängigDas Handwerk gilt in Politik und Medien als Teil der gesellschaftlichen Mitte. Die Mehrheit der Beschäftigten verkauft ihre Arbeitskraft in projektbasierten Wertschöpfungsketten, die nach industriellen Kriterien organisiert sind: hohe Leistungsdichte, permanente Verfügbarkeit, minimale Planungssicherheit. Der ökonomische Erfolg dieser Unternehmen beruht gerade darauf, nicht selbst zu produzieren. Die Rede vom Handwerk als gesellschaftliche Mitte dient der politischen Entlastung dieses Systems. Tatsächlich handelt es sich um einen zentralen Sektor kapitalistischer Akkumulation, dessen Erfolg auf der systematischen Abwertung menschlicher Arbeitskraft beruht.
Source: Junge Welt February 04, 2026 18:34 UTC