(SZ) Der Verband der Familienunternehmer lässt, freundlich gesprochen, und man sollte freundlich sprechen, denn Familienunternehmen sind ja etwas Schönes, nicht wahr, ihr Verband also lässt gern allerlei Dinge verlauten, die ein solcher Verband eben so verlauten lässt: schlimm, alles schlimm im Land, Niedergang überall, wegen Steuern, Sozialstaat, Sozen. Umso erstaunlicher erschien es vergangenes Jahr, dass seine Präsidentin Marie-Christine Ostermann mit einer komplexen, ja beinahe theologischen Erörterung von Gut und Böse in der Welt an die Öffentlichkeit trat, was aus ihrer Sicht zu „schlichte Kategorisierungen“ seien. Ja, fast schien es, als spräche sie im biblischen Sinne wie Hiob, 2,10: „Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten das Böse nicht auch annehmen?“ Anders als bei Hiob, dem Gerechten, ging es Frau Ostermann allerdings um etwas sehr Irdisches, dem Himmel Fernes, womit wir bei der AfD wären. Diese sei der Präsidentin zufolge Objekt „moralischer Ausgrenzung“ in unserem Land. Als daraufhin erste Unternehmen den Verband lieber verließen und das Weite suchten, weil sie um Kunden und Ruf fürchteten, da ließ dieser verlauten, so sei das doch alles nicht gemeint gewesen.
Source: Suddeutsche Zeitung March 13, 2026 18:52 UTC