Zu finden ist schon »eine treppe höher / noch vor dem tod / gleich nach dem / sündenfall / der platz / in deinem herzen«. In ihrem aktuellen Gedichtband »man könnte sich ins blau verlieben« lassen sich viele weitere Orte der Hoffnung entdecken: einen »landeplatz / für engel« etwa oder einfach nur ein ruhiger Sitzplatz unter einem Olivenbaum. Es sind Landschaften und Räume, welche in den Poemen der 1943 in Carlow geborenen Schriftstellerin Geschichten erzählen. Dass Runges Poeme jedoch nicht bloß beschreiben, sondern stets auch Verschiebungen und Umdeutungen vornehmen, zeugt von der Energie, die die Autorin der lyrischen Sprache verleiht. Der großen Themen des Daseins – Erinnerung, Liebe, Tod, Gott – wird man bei der Lektüre von »man könnte sich ins blau verlieben« in luzider Klarheit gewahr.
Source: Junge Welt October 19, 2017 16:07 UTC