Die Parlamentswahlen in der Tschechischen Republik versprechen eine grundlegende Überholung der Parteienhackordnung. Knapp hinter ihr rangierte bereits ANO, die Partei der „Unzufriedenen Bürger“, mit der der slowakische Milliardär Andrej Babiš die politische Bühne eroberte. Der gedemütigte Sobotka übergab den Parteivorsitz an Milan Chovanec, der die Partei bis zum nächsten Kongress führt. Der Tschechischen Republik steht bei dieser Wahl ein politisches Erdbeben bevor, nicht bloß eine neue Rangfolge der großen Parteien. Auf die politischen Inhalte scheint es weniger anzukommen als auf die Sprache und die Gestik, mit der Politiker die kulturelle Nähe oder Ferne zu ihren Wählern signalisieren.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung October 20, 2017 12:36 UTC