Die letzte Wahrnehmung der sonnigen Außenwelt an diesem frühen Sonntagabend ist ein durchdringend fischiger Geruch vom Pausenbüffet her, Parkett links. Auch lässt sich die These, er sei der einzige Liebende in diesem grausam egozentrischen Seestück, zu keiner Sekunde glaubhaft machen. Würde man das frei von jeglicher Ironie nennen, könnte man es beinahe noch als Lob missverstehen. Leider kann keiner der Solisten zu Hochform auflaufenDoch dafür erweist sich der Taktstock von Generalmusikdirektor Donald Runnicles diesmal als zu stumpf. Die beherzt zu verlieren und dafür neue Einsichten zu gewinnen, dazu fehlen Regie und Dirigat die Freiheit.
Source: Der Tagesspiegel May 08, 2017 15:22 UTC