Doch nach dem Machtwechsel gerieten die weitgehend von jüdischen Akteuren getragenen "Frühlingsstürme" sofort ins Visier der Politik, am 12. Die Endphase der Weimarer Republik ist eine Zeit, die Barrie Kosky schon lange beschäftigt. Seit er 2012 die Intendanz der Komischen Oper übernommen hat, erforscht er systematisch das Unterhaltungstheaterleben jener Jahre, gräbt mit seinem Chefdramaturgen Ulrich Lenz vergessene Werke aus. Andreas Homoki wird im März "Schwanda" an der Komischen Oper inszenieren, der Hausherr selber übernahm die Exhumierung der "Frühlingsstürme". Auch Barrie Kosky lässt den "Frühlingsstürmen" seine vielfach erprobte Turbo-Personenregie angedeihen, kulminierend im virtuosen Slapstick-Spaß mit einer heiß laufenden Hotel-Drehtür.
Source: Der Tagesspiegel January 26, 2020 12:22 UTC