Doch die Armee hat sich nun gegen ihn gestellt, offenbar weil Mugabe seinen Vizepräsident entließ, der jedoch unter Militärangehörigen sehr geschätzt wurde. Wie selbstverständlich ließ er sich von seiner Partei Zanu-PF schon Ende des vergangenen Jahres als Kandidat für die nächste Präsidentschaftswahl 2018 nominieren. Beim selben Parteitag schlug die Jugendorganisation der Partei vor, Mugabe der Einfachheit halber gleich zum Präsidenten auf Lebenszeit zu ernennen. Robert Mugabe, der Veteran des Befreiungskampfes gegen das rhodesische Rassisten-Regime, hat sich von Anfang an mit einem Machtzirkel aus Kriegern umgeben. Der jetzige Putsch, der nicht Putsch heißen soll, ist denn auch weniger ein Befreiungsschlag für das verarmte simbabwische Volk als die Eskalation eines lang schwelenden Konflikts zwischen zwei Fraktionen in Mugabes Machtapparat.
Source: Suddeutsche Zeitung November 15, 2017 17:27 UTC