So schnell wird man nicht schlau aus Víkingur Ólafsson, dem jungen, bereits vielfach gefeierten isländischen Pianisten, in dieser Saison Artist in Residence am Berliner Konzerthaus. Bei allem Sturm und Drang verschleift Ólafsson jedoch keinen einzigen Ton. Die Grundattitüde seines Non-Legato mit Tendenz zum Staccato behält er noch bei den Trillern bei, ohne je penibel zu werden. Dafür entschädigen die Freiheiten, die Ólafsson sich nimmt, wenn er Atmosphären zaubert, sich an zärtlich reibenden Dissonanzen erfreut oder an den Trugschlüssen des Barockmeisters. Mehr zum Thema Víkingur Ólafsson im Kammermusiksaal Das rare Erlebnis unverstellter KlavierkunstUnd wie zu Jahresbeginn im Kammermusiksaal fügt er zuallerletzt Beethoven hinzu, spielt dessen komplette erste Klaviersonate f-Moll als weitere Zugabe.
Source: Der Tagesspiegel October 29, 2019 15:33 UTC