Seit Martin Schulz Kanzlerkandidat der SPD ist, können die Deutschen für Angela Merkel stimmen, ohne für Angela Merkel stimmen zu müssen. Denn der Unterschied zwischen Schulz und Merkel ist ungefähr so groß, wie es der zwischen Raider und Twix war. Ob Europa-, Steuer- oder Familienpolitik, Rentensystem oder Bildung: Markante Differenzen zwischen Schulz und Merkel zu erkennen, dürfte selbst Schulz-Verehrern schwerfallen. In der Wechselstimmung drückt sich Merkel-Müdigkeit ausNein, es ist die Nähe, die Verwechselbarkeit von Merkel und Schulz, die dessen rasant steigende Popularität erklärt. Schulz und Merkel: beide Pro-Europa, gerne staatstragend, wenig charismatisch, dafür kenntnisreich, rhetorisch solide mit der Tendenz zur Redundanz, oft ausweichend im Detail, politisch flexibel.
Source: Der Tagesspiegel February 20, 2017 11:03 UTC