„Es gibt in der Medizin große Hemmungen, sich an das Thema Schädelformen heranzuwagen“, sagt Haberl. Woran das liegt, ist offensichtlich: Die Rassenlehre der Nazis und ihre exzessive Beschäftigung mit Kopfformen hat das Gebiet nachhaltig diskreditiert. Als Haberl Weigel anrief und fragte, ob sie Interesse an einem gemeinsamen Projekt habe, stieß er bei der damaligen Leiterin des Zentrums für Literatur- und Kulturforschung (ZfL) auf offene Ohren. Die Wissenschaftler haben Texte und Abbildungen analysiert, aber auch die kommunikative Situation im ärztlichen Behandlungszimmer unter die Lupe genommen. Ist es mit dem Projekt auch gelungen ins Fach Medizin hineinzuwirken – so wie es ursprünglich Haberls Idee war?
Source: Der Tagesspiegel February 25, 2019 13:07 UTC