Große Gefühle, Verzauberung und vierzehn Monatsgehälter, wie geht das zusammen? Simon Strauß hat mit seinem 144 Seiten schmalen Romandebüt 2017 die Antwort darauf zu ergründen versucht. „Sieben Tage, sieben Nächte“ wurde mit über 50.000 verkauften Exemplaren zum Bestseller. Das Buch über einen konservativen, ziemlich pathetischen jungen Mann, der vom Leben noch nicht gezeichnet ist und sich das aber dringend wünscht, dieses Buch hat seinen erst 30-jährigen Autor bekannt gemacht. Simon Strauß’ bis dahin makelloser Wikipedia-Eintrag – Sohn eines berühmten Schriftstellers und einer Autorin, humanistisches Gymnasium, Studium in Cambridge und Basel, jung Feuilleton-Redakteur der „FAZ“ –, seine Biografie hat seit 2018 einen Kratzer beziehungsweise einen Schmiss: Er soll eine Nähe zum Faschismus pflegen, wurde da behauptet (ein Vorwurf, der auch seinem Vater gemacht wurde und wird).
Source: Die Welt June 23, 2019 07:07 UTC