Denn diese maximale Aufmerksamkeit für die Oper und die Hochkultur an sich, sie wurde im Angesicht eines beachtlichen Aufgebots europäischer Intendantenkollegen versungen, verspielt und vertan. Und das gründlich. Und deswegen auch wurde vor sieben Jahren die Chance gründlich vertan, hier wirklich etwas Visionäres, einen Mix aus Alt und Neu zu gestalten, der der wechselhaften Geschichte des Hauses Rechnung trägt und der zugleich die Zukunftsfähigkeit der Gattung inklusive Edukation und Immersion ausstellt. Ausgerechnet hier wollte man, und das ging durch alle politischen Lager, unbedingt auf dem Status quo einer falschen Vergangenheit beharren, seinen Fifties-Stuck und seine ungelenken Schnörkel behalten. Das spult sich säuselnd feingeistig und edelöde klingend ab, ohne rechten Höhepunkt, ohne Fortissimo-Entladung, um den Saal wirklich auszutesten.
Source: Die Welt October 04, 2017 02:59 UTC