Sun Yang kann immer noch seine Bahnen ziehen. Er kann ins öffentliche Schwimmbad gehen und Armzüge trainieren, er kann joggen gehen und sonst wie ins Schwitzen kommen; so eine Dopingsperre schließt ja nicht aus, dass man sich fit hält. Der Chefredakteur des Magazins Swimming World meldete den mutmaßlichen Verstoß an die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada), kurze Zeit später veröffentlichte der Chinesische Schwimmverband ein neues Dokument: Die zuerst verschickte Einladung sei ungültig, Sun Yang sitze wie verordnet seine Strafe ab. Es ist ein Vorfall, der zu dem Bild passt, das Sun Yang und der chinesische Verband in ihrem Sport bisweilen abgeben: Autoritäten im Weltsport und deren Regeln zu akzeptieren, ist nicht immer ihre Sache. Sun Yang selber wollte Berufung vor dem Schweizer Bundesgericht gegen das Urteil einlegen, das allerdings nur tätig wird, wenn vor dem Cas Verfahrensfehler passiert sind.
Source: Suddeutsche Zeitung April 25, 2020 14:37 UTC