Das hat den Bewohnern immerhin die Aufregung über den Titel dieser „Hart aber fair“-Sendung erspart. Dieses Dorf gibt es allerdings nicht, sondern ist der fiktive Ort einer Serie namens „Heimat – Eine deutsche Chronik“ von Edgar Reitz. Schließlich war Heimat in einem Land mit vierzehn Millionen Heimatvertriebenen und drei Millionen Flüchtlingen aus der DDR unvermeidlich mit der Frage nach Schuld und politischer Verantwortung verknüpft. Das gilt vor allem für die erstaunlichste Integrationsleistung der Nachkriegszeit: Millionen Menschen eine Heimat wiedergegeben zu haben, selbst wenn die Erlebnisgeneration den Heimatverlust nie vergessen konnte. Zum anderen sei der Begriff überhaupt erst entstanden, „wenn Heimat verschwunden ist.“ Er meinte damit jenen Modernisierungsprozess, der für überlieferte Lebensformen zur Bedrohung wird.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung February 26, 2019 05:48 UTC