Regisseur Hüdaverdi Yavuz hat das Leben des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan verfilmt: „Reis“ ist jetzt in der Türkei und Deutschland gestartet. Der Spieler humpelt vom Platz, und die Mannschaft läuft zu einem vielleicht elfährigen Jungen im Publikum und bestürmt ihn, den Platz des Verletzten eintzunehmen. Dann huscht ein Lächeln über sein ernstes Gesicht, und er läuft auf das Feld. Davon kann in „Reis“ nicht die Rede sein, denn dies würde bedeuten, die Älteren, die Höhergestellten in Frage zu stellen. Es ist vor allem eine Erklärung und Rechtfertigung des Patriarchats, aus dem Erdoğan kommt – und wohin er offenbar zurück möchte.
Source: Die Welt March 03, 2017 11:35 UTC