Als eine der „wahrscheinlich sinnlosesten“ und damit ethisch fragwürdigsten Gesundheitsmaßnahmen in Deutschland bezeichnet die Hygienespezialistin Elisabeth Meyer von der Charité Berlin die Gesetze zum Schutz vor Legionelleninfektionen aus Trinkwasserleitungen. Folgen:Eine Häufung, wie sie weltweit und insbesondere in Ländern ohne solche Bestimmungen zu beobachten ist. Meyer: „Die gesetzlichen Vorgaben haben nichts bewirkt.“ In der Fachzeitschrift „Krankenhaushygiene up2date“ fordert die Medizinerin den Gesetzgeber auf, die alle drei Jahre geforderte Trinkwasserprüfung abzuschaffen. Mehr zum ThemaMit 1,2 Erkrankten pro 100 000 Einwohner sind Legionellosen eher selten, allerdings sterben bis zu fünfzehn Prozent der von einer „Legionärskrankheit“ – einer gefährlichen Lungenentzündung – betroffenen Patienten. Ursächlich dafür seien nicht Wasserleitungen, hat Meyer in ihrer epidemiologischen Metaanalyse herausgefunden, sondern die aus Oberflächengewässern, Abwässern und aus Muttererde erzeugten Aerosole.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung August 25, 2017 07:41 UTC