„Lebensraum“ zum Beispiel, oder „Jedem das Seine“, ein antiker Grundsatz, der schon bei Platon vorkommt und so viel wie „Chancengleichheit“ und „Verteilungsgerechtigkeit“ bedeutet. Aber das Erste, was mit diesen drei Worten assoziiert wird, ist der „Gruß“ über dem Tor zum KZ Buchenwald bei Weimar. „Volksrepublik“, „Volksarmee“ und „Volkskammer“ haben einen hässlichen Klang, „Volksgericht“ ist ein Synonym für staatliche Lynchjustiz, es sei denn, gemeint wären Königsberger Klopse oder ein Jägerschnitzel mit Bratkartoffeln. Nur „Volkswagen“ und „Volksparteien“ haben die Entnazifizierung und das Ende der DDR überlebt, ebenso wie die „Volkssolidarität“, ein 1945 gegründeter „Sozial- und Wohlfahrtsverband“ in der ehemaligen Sowjetischen Besatzungszone. Tatsächlich haben der „Volkswagen“ und die „Volksparteien“ einiges gemeinsam.
Source: Die Welt February 06, 2019 08:37 UTC