„Inklusive der Prognose für diesen Sonntag kommen wir auf 747 Sonnenstunden für Berlin und Potsdam“, sagt Jörg Riemann, meteorologischer Leiter des Dienstes „Wettermanufaktur“. „Angesichts der vielen Sonne scheint es umso ungewöhnlicher, dass wir in diesem Frühling keinen einzigen Sommertag hatten, also nie mehr als 25 Grad“, sagt Riemann. „Die Luft kam meist aus Skandinavien, war also kühl und trocken und entsprechend wolkenarm. Mit einer Durchschnittstemperatur von 12,7 Grad war Berlin laut dem Deutschen Wetterdienst im Mai das zweitwärmste Bundesland. Dass der Mai dennoch eher kühl war, haben Landwirte und Gartenbesitzer vor zweieinhalb Wochen schmerzlich erfahren: Ein halbes Grad minus in der Nacht – also am Boden eher minus zwei, drei – hat viele empfindliche Pflanzen und beträchtliche Teile der Obsternte dahingerafft: Weintrauben, Kirschen, Pflaumen.
Source: Der Tagesspiegel May 30, 2020 18:22 UTC