Das Freihandelsabkommen Ceta zwischen der Europäischen Union und Kanada steht kurz vor dem Scheitern – weil die belgische Region Wallonien nicht zustimmt. Die flämische liberale Parteivorsitzende Gwendolyn Rutten forderte bereits, sich über das „Nein“ der Wallonen hinwegzusetzen und den Ceta-Vertrag zu unterzeichnen und zu ratifizieren. Eine Führung durch CetaAusgerechnet Geert Bourgeois, der nach der Unabhängigkeit des nördlichen Landesteils strebende Ministerpräsident der Region Flandern, widersprach Rutten. Wallonische Bürger sehen sich als Verlierer der GlobalisierungEin Großteil der wallonischen Bürger, die sich als Verlierer der Globalisierung sehen, leben in den einst blühenden Industrierevieren ringsum Lüttich und Charleroi. Aus wallonischer sozialistischer Perspektive dürfte die Auseinandersetzung um Ceta nicht zuletzt dazu dienen, sich im Streit mit der bürgerlichen Regierung in Brüssel und ihrer als rigide empfundenen Sparpolitik zu profilieren.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung October 22, 2016 08:00 UTC