Die Idylle wird höchstens mal von einem suizidalen Pariser gestört, der sich von den Klippen stürzt und dabei das Hochzeitsfotoshooting chinesischer Touristen derangiert. Erst als er versehentlich einen Menschen erschießt, einen Bauern, der sich den EU-Richtlinien widersetzt und deshalb sein Vieh verlieren soll, gerät seine bürgerliche Existenz ins Wanken und beginnen sich alle Sicherheiten aufzulösen. Das gesellschaftliche Gefüge gerät zusehends durcheinander und die Vorzeichen eines nahenden sozialen Bebens mehren sich. Regisseur Radu Jade, ebenfalls kein Neuling im Berlinale-Wettbewerb, präsentiert in seiner Groteske mit dem umständlichen Titel »Bad Luck Banging or Loony Porn« ein deprimierendes Sittenbild des heutigen Rumänien. Darüber hinaus zeigt uns Radu Jade in langen Kameraschwenks durch die Bukarester Innenstadt all die Verheerungen des entgrenzten, entfesselten Vulgärkapitalismus rumänischer Prägung.
Source: Neues Deutschland March 02, 2021 20:26 UTC