Die Familie Dichand beherrscht mit ihren beiden Boulevardzeitungen „Krone“ und „Heute“ die öffentliche Meinung im Land. Die wesentlichsten Vorgaben dafür stammten allerdings nicht von der Wiener Stadtplanung, sondern vom Investor: Das bestehende Hotel könne umgebaut oder durch einen Neubau ersetzt werden. Die Eisfläche müsse erhalten bleiben, könne aber verlagert werden, um Platz für den Luxuswohnbau zu schaffen. Dieser solle dem prominenten Standort entsprechend „von internationalem architektonischen Format“ sein und „als Landmark über die Landesgrenzen hinaus Bedeutung erlangen“. Schnell war klar, dass diese Parameter nur in Form eines Hochhauses jenseits der 43 Meter realisierbar wären – weshalb die Unesco unmissverständlich mit der Streichung der Wiener Innenstadt aus der Welterbe-Liste drohte.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung March 19, 2017 12:30 UTC