Die Staatsanwaltschaft ermittelt dabei nicht gegen das Unternehmen, sondern „gegen den gesamten Vorstand, vier Beschuldigte“, heißt es bei der Behörde. „Der Verdacht beruht darauf, dass die Verantwortlichen der Wirecard durch die Ad-hoc-Mitteilungen vom 12.03.20 und vom 22.04.20 irreführende Signale für den Börsenpreis der Aktien der Wirecard AG gegeben haben könnten“, schreibt die Staatsanwaltschaft. So ist ungeklärt, wer die Hintermänner eines Fonds sind, von dem Wirecard im Jahr 2015 ein Unternehmen in Indien zu einem extremen Preis gekauft hat. Wirecard hatte ihnen vorsorglich nach der Veröffentlichung des KPMG-Berichts den Rücken gestärkt und in einem eigenen Papier die Unterschiede zwischen einer Bilanzprüfung und einer forensischen Untersuchung herausgearbeitet. So zumindest verkündet es seine Sprecherin am Abend nach der Razzia: „Der Vorstand ist zuversichtlich, dass der Sachverhalt sich aufklären wird und die Vorwürfe sich als unbegründet erweisen werden.“
Source: Die Welt June 06, 2020 14:37 UTC