Wolfgang Tillmans hat sie gestaltet und in Umlauf gebracht, der 1968 in Remscheid geborene Künstler, dem London sein zweites Zuhause ist. Folgen:Dort liegen die Plakate jetzt in der Tate Modern unter einer langen Glasplatte aus und dokumentieren neben Fotostrecken und Interviews für Zeitschriften Tillmans’ Tätigkeit als Publizist, in einer prächtigen Werkschau über fünfzehn Räume, der größten, die Tillmans bislang ausgerichtet wurde. Tillmans’ tief freundschaftlicher Blick ist dem Nan Goldins verwandt und ein bisschen dem von Boris Mikhailov, auch wenn dieser weit rabaukenhafter vorgeht. Im Künstlerbuch werden neben Ausstellungen auch politische Aktionen von Tillmans sowie Interviews dokumentiert. Damit verschiebt sich der Fokus vom Werk auf die Künstlerfigur - und deren Aufbrechen der Künstlerrolle wird unweigerlich paternalisierend von der Institution eingeholt.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung February 19, 2017 14:37 UTC