Was in meiner Zusammenfassung kompliziert klingt, kann der Public Intellectual der Burnout-Ära mit leicht verständlichen Beispielen illustrieren. Schleichend, doch in allen Lebensbereichen merklich, verändert sich (nicht nur) Hartmut Rosas Analyse zufolge der Charakter menschlichen aktiven Handelns fortwährend hin zum Passiven. ›Stimme zu‹ / ›Stimme nicht zu‹.«Leben heißt handelnRosa kontrastiert dynamische »Situationen« – ambivalent offene Momente, die Urteilskraft und Ermessen erfordern – mit starren »Konstellationen«, in denen Algorithmen, Richtlinien und Apps vorfabrizierte Entscheidungen diktieren. Vielmehr rundet er einen potentiellen Bestseller für besorgte (linksliberale) Bürger ab, die die Prekarität des Status quo zwar spüren, aber nicht konkret benennen (können/wollen/dürfen). Oder doch eher Konzerne und ihre McKinsey-Berater, die die auch von Rosa beklagten »Bullshitjobs« (David Graeber) stetig bullshittiger machen?
Source: Junge Welt January 22, 2026 18:40 UTC