Die Gründe dafür erläuterte der Historiker Mark Roseman auf einer Tagung des Münchner NS-Dokumentationszentrums über Gewalt in der Nachkriegszeit. Hirschmann war damals ein hoher UN-Repräsentant gewesen, der sich um jene Menschen kümmerte, die dem Genozid entkommen waren. Am Ende "roch die Furcht vieler Deutscher vor der Rache nach schlechtem Gewissen", schreibt Roseman in einem Aufsatz. Doch diese Rache blieb aus: In den Erinnerungen der Überlebenden wird selten der Wille zur Rache laut. Gleich nach dem Krieg, bei einem Treffen von Auschwitzüberlebende in Bukarest, schworen nicht wenige unter seiner Führung eine furchtbare Rache.
Source: Suddeutsche Zeitung July 01, 2019 16:38 UTC