Von Karlheinz Lüdeking- 16:33Diese Venus weiß, dass man sie betrachtet, doch keusches Erröten kann sie nur mit Schminke vorgaukeln: François Bouchers Gemälde „Toilette der Venus“ von 1751. Warum sich ein neuer Blick auf den Rokokomaler François Boucher lohnt, der an diesem Samstag vor 250 Jahren gestorben ist. Mai 1770, starb François Boucher in Paris, wo er, abgesehen von einem kurzen Aufenthalt in Rom, sein gesamtes Leben verbracht hatte. Für das Chateau Bellevue, ein kleines Lustschlösschen, in dem die beiden sich auf halbem Weg zwischen Versailles und Paris treffen konnten, malte Boucher zwei Bilder der Venus. Von oben hängen beidseitig dunkelgrüne Stoffbahnen herab, knittrig und metallisch schimmernd wie in Picassos Bordellszene aus der Calle Avignon.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung May 30, 2020 14:26 UTC