„la peinture/ de la cybernétique/ a l’ère“ steht auf Zeitschriftenschnipseln, die auf einen schwarz angemalten Karton geklebt sind: Malerei des kybernetischen Zeitalters. Diese Suche hatte ihn zunächst durch alle Tiefen der (Kunst-)Geschichte, vor allem in der intensiven Auseinandersetzung mit Picasso, von der seine frühen Zeichnungen zeugen, aus der Eiszeit der realsozialistischen Gegenwart zur steinzeitlichen Höhlenmalerei geführt. Technologie und Archaik waren für ihn kein Widerspruch: „Ich habe eine gewisse Analogie gesehen zwischen abgelagerter Information und Geologie“, erklärte er im Rückblick. Der Doktrin des sozialistischen Realismus mit seinem Terror der Zentralperspektive begegnete Penck durch das Sprengen der Bildeinheit in individuelle Einzelteile und das parataktische Nebeneinanderstellen signalhafter Archetypen, die unabhängig von Kultur und Bildung verstanden werden können sollten – und das vor Keith Haring und Jean-Michel Basquiat. Diese Einzelelemente wurden durch Komposition, Peinture und das Hinzufügen von Sprache dann wieder in Spannung gesetzt, bis hin zu ausufernden Diagrammen, die Lehrtafeln ähneln: Erst die Reduktion auf die Urform; dann der Rückbezug auf die Gesellschaft der Gegenwart.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung May 04, 2017 20:26 UTC