Politik : Zwischen Journalismus und Widerstand: Das Doppelleben der Ilse Stöbe Das bewegte Leben der Ilse Stöbe zeigt den schmalen Grat zwischen beruflicher Anpassung und geheimem Kampf gegen die Diktatur. Da die ungelösten Minderheitenprobleme im „Grenzgürtel des Landes liegen“, befand Inge Stöbe, „begreift man die Gefahren, die Polen entstehen können“. Beide hatten sich in der Redaktion kennengelernt, wo Stöbe als Privatsekretärin von Chefredakteur Theodor Wolff arbeitete.Ende 1933 folgte Ilse Stöbe Herrnstadt nach WarschauDie liberale Zeitung genoss wegen ihrer gründlichen Recherchen und eines sachlichen Stils über Deutschland hinaus ein großes Renommee. Der bemühte sich, den Juden Herrnstadt als geschätzten Korrespondenten so lange wie möglich auf seinem Posten zu halten, was bis in das Jahr 1936 hinein gelang. Daraus entstand die groteske Situation, dass Herrnstadt während des 1933 angestrengten Reichstagsbrandprozesses gegen den bulgarischen Kommunisten Georgi Dimitroff mit anderen deutschen Korrespondenten aus Moskau ausgewiesen und auf dem Tempelhofer Flughafen als „tapferer deutscher Held“ gefeiert wurde.Ende 1933 folgte Ilse Stöbe Herrnstadt nach Warschau.
Source: Neues Deutschland April 06, 2026 22:05 UTC