Seit jeher stellt Entfremdung das lebensweltliche Sprungbrett bereit, um die Alternativlosigkeit von Dialektik aufzuzeigen: Wer mit dieser nichts anfangen kann, unterliegt jener noch. Diese Diagnose liegt auch den im Laika-Verlag erschienenen Analysen des emeritierten britischen Philosophieprofessors Sean Sayers zugrunde, die sich bereits mit dieser Programmatik verdient machen. Nicht genug, dass sich der real existierende Klassenantagonismus nicht für die neoliberalen bis postoperaistischen Verkündungen eines Endes der Weltgeschichte interessiert: Eine Entfremdung vom Begriff der Entfremdung hat sich breitgemacht. Jahrhunderts mal nach links (der studentenbewegte Radikalismus), mal nach rechts (der Reformismus der Sozialdemokratie) ausgeschüttet. Hier rächt sich der ausstehende Dialog etwa mit der Kritischen Theorie über den Warenfetischismus.
Source: Die Welt February 03, 2017 16:59 UTC