Sie ist kein Opfer, sie lässt nicht zu, dass diese paar blöden Minuten ihr Leben beherrschen. Mit leichter Hand greift sie das schwere Thema Missbrauch auf, puzzelt Jannes Geschichte aus scheinbar improvisierten, aber punktgenauen Szenen zusammen. „Deshalb gucken wir Janne nicht ständig ins Gesicht.“ Die Regisseurin hat etwas gegen die Verfügbarkeit der Welt, gegen das Dingfestmachen. Eigentlich ging es um zwei Paare, um Janne und Piet und um den Verlagschef und seine neue Ehefrau, die ein Kind will. Hier die Opfer, da die Täter: Neben diesem Raster öffnet sich ein Raum der Menschlichkeit.
Source: Der Tagesspiegel September 27, 2018 06:45 UTC