Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht versucht wird, mit juristischen Mitteln in die Arbeit der Tageszeitung junge Welt einzugreifen. Schlimmer noch, mit der gelieferten Begründung legitimiert das Gericht die erklärte Absicht des Inlandsgeheimdienstes, der Tageszeitung junge Welt »den Nährboden zu entziehen«. Der Beschluss des Verwaltungsgerichts gipfelt in dem Vorwurf, die junge Welt »halte bestehende Verhältnisse für veränderbar«. Allerdings liegt noch kein Urteil in erster Instanz vor – und die junge Welt hat auch in der Vergangenheit Prozesse oft erst in zweiter Instanz gewonnen. Deshalb können die Angriffe auf die junge Welt am besten dadurch pariert werden, indem sie genau das Gegenteil dessen bewirken, was beabsichtigt ist: also deutlich mehr statt weniger Verkäufe am Kiosk, mehr statt weniger Abonnements.
Source: Die Welt April 15, 2022 17:36 UTC