Koloniale und antisemitische Straßennamen und Plätze gibt es viele in Berlin - und für eine kritische Aufarbeitung viel zu tun. Es bleibt mindestens ein großes Missverständnis und zeugt eher von europäisch-zentrierter Renitenz, dass Umbenennungen häufig als Versuch diskreditiert werden, die Geschichte zu tilgen. Vielmehr werden dabei in guter alter Tradition und ganz im Gegenteil alte und neue Machtansprüche verteidigt und eine historisch-politische Debatte verweigert. Warum in dem Dossier ausgerechnet der Name von Otto von Bismarck nicht zur Umbenennung empfohlen wird, erschließt sich nicht. Bismarck steht für das todbringende Deutsche Reich, »Blut und Eisen«-Kriegspolitik und koloniale Ausbeutung.
Source: Neues Deutschland December 14, 2021 02:34 UTC