Das in Deutschland verbreitete Argument, Deutschland wäre „dran“ gewesen, einen Landsmann als EZB-Präsidenten zu bekommen, lässt sich auch auf die Präsidentschaft der EU-Kommission anwenden. Christine Lagarde wäre vermutlich als Präsidentin der EU-Kommission besser geeignet gewesen, aber sie ist zweifellos eine respektable Kandidatin für die Präsidentschaft der Europäischen Zentralbank. Ökonomen beklagen, Lagarde sei studierte Juristin und keine Ökonomin - übrigens wie der Vorsitzende der amerikanischen Notenbank, Jerome Powell. Niedrigzins ist globales PhänomenTrotz der unzweifelhaften internationalen Statur Lagardes lässt sich eine Präsidentschaft Lagardes in der EZB als eine verpasste Chance begreifen, wenn sie mit einer Präsidentschaft Jens Weidmanns verglichen wird. Auch wenn sich der größte öffentliche Unmut gelegt hat, ist die Geldpolitik der EZB in Deutschland, vorsichtig ausgedrückt, nicht gerade populär.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung July 03, 2019 06:22 UTC